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2026-07-068 Min. Lesezeit

Schwarzer Hautkrebs (Melanom): Symptome und Warnzeichen

Schwarzer Hautkrebs zeigt sich oft an einem veränderten Muttermal. Welche Melanom-Symptome und Warnzeichen Sie kennen sollten und wann zum Hautarzt.

Veröffentlicht am 2026-07-06 · DermCheck Redaktion

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist schwarzer Hautkrebs? Das Melanom verstehen
  2. Die ABCDE-Regel: Warnzeichen am Muttermal erkennen
  3. Über die ABCDE-Regel hinaus: weitere Warnsignale
  4. Wo Melanome auftreten - auch an unerwarteten Stellen
  5. Die Formen des Melanoms im Überblick
  6. Risikofaktoren: Wer besonders wachsam sein sollte
  7. Selbst untersuchen und wann Sie zum Hautarzt sollten
  8. Wichtiger Hinweis zu diesem Ratgeber

Was ist schwarzer Hautkrebs? Das Melanom verstehen

Schwarzer Hautkrebs ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das maligne Melanom. Er entsteht aus den Melanozyten, den pigmentbildenden Zellen unserer Haut. Diese Zellen stellen normalerweise den Farbstoff Melanin her, der die Haut bräunt und sie ein Stück weit vor UV-Strahlung schützt. Wenn Melanozyten entarten und unkontrolliert wachsen, kann daraus ein Melanom werden - häufig, aber längst nicht immer, dunkel gefärbt. Die Bezeichnung "schwarzer" Hautkrebs grenzt das Melanom vom "weißen" oder hellen Hautkrebs ab, zu dem das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom gehören. Der entscheidende Unterschied liegt im Verhalten: Ein Melanom neigt deutlich früher dazu, Tochtergeschwülste über die Lymph- und Blutbahnen zu streuen. Genau deshalb gilt es als die gefährlichste Form von Hautkrebs. Es gibt aber eine gute Nachricht, und die ist der eigentliche Grund für diesen Artikel: Wird ein Melanom früh entdeckt und entfernt, solange es noch dünn und auf die oberen Hautschichten begrenzt ist, sind die Aussichten in aller Regel sehr gut. Je tiefer der Tumor bereits in die Haut hineingewachsen ist, desto ernster wird die Lage. Das Wissen um die Warnzeichen ist deshalb kein Detailwissen für Fachleute, sondern etwas, das jeder Mensch kennen sollte. Laut Robert Koch-Institut zählt das maligne Melanom zu den häufigeren Krebserkrankungen in Deutschland, und die Zahl der Neuerkrankungen ist über die vergangenen Jahrzehnte deutlich gestiegen. Betroffen sind dabei keineswegs nur ältere Menschen. Das Melanom gehört zu den Tumoren, die vergleichsweise oft schon bei jüngeren Erwachsenen auftreten.
Warum eigentlich "schwarz"?

Die Farbe rührt vom Pigment Melanin her, das die entarteten Zellen weiterhin bilden können. Aber Vorsicht: Nicht jedes Melanom ist dunkel. Es gibt auch hautfarbene oder rötliche Varianten, die leicht übersehen werden.

ABCDEWarnzeichen-Regel5 Merkmale zur Beurteilung von Muttermalen
ab 35Hautkrebs-Screeninggesetzlicher Anspruch in Deutschland, alle 2 Jahre

Die ABCDE-Regel: Warnzeichen am Muttermal erkennen

Um verdächtige Hautveränderungen von harmlosen Muttermalen zu unterscheiden, hat sich die sogenannte ABCDE-Regel bewährt. Sie ist ein einfaches Merkschema, das jeder für die Selbstbeobachtung nutzen kann. Jeder Buchstabe steht für ein Merkmal, das bei einem Mal genauer betrachtet werden sollte. A wie Asymmetrie: Ein harmloses Muttermal ist meist rund oder oval und weitgehend symmetrisch. Legt man in Gedanken eine Linie durch die Mitte, gleichen sich beide Hälften. Wirkt ein Mal dagegen schief, unregelmäßig oder ungleichmäßig geformt, ist das ein erstes Warnsignal. B wie Begrenzung: Gutartige Male haben einen glatten, klar abgegrenzten Rand. Verwaschene, ausgefranste, gezackte oder unscharf in die Umgebung auslaufende Ränder gelten als verdächtig. C wie Colour, also Farbe: Ein auffälliges Mal ist oft nicht gleichmäßig gefärbt, sondern zeigt mehrere Farbtöne in einem einzigen Fleck - verschiedene Brauntöne, Schwarz, manchmal auch rötliche, bläuliche, graue oder auffällig helle Bereiche. D wie Durchmesser: Male, die größer als etwa sechs Millimeter sind, das entspricht ungefähr dem Durchmesser eines Bleistiftradierers, verdienen erhöhte Aufmerksamkeit. Die Größe allein ist allerdings kein Beweis, denn auch kleine Male können bösartig sein. E wie Entwicklung: Dieses Kriterium gilt vielen als das wichtigste überhaupt. Jede Veränderung über Wochen und Monate hinweg - in Größe, Form, Farbe oder Dicke - sowie neue Beschwerden wie Jucken, Bluten oder Nässen sollten ärztlich abgeklärt werden. Wichtig ist der richtige Umgang mit dieser Regel: Sie ist ein Orientierungsraster, keine Diagnose. Trifft eines oder treffen mehrere Kriterien zu, bedeutet das nicht automatisch Krebs. Es ist aber ein guter Grund, das Mal von einer Hautärztin oder einem Hautarzt ansehen zu lassen.
E ist das wichtigste Kriterium

Nicht das einzelne Merkmal, sondern die Veränderung über die Zeit ist oft der deutlichste Hinweis. Fotografieren Sie auffällige Male mit dem Smartphone und notieren Sie das Datum. So lässt sich eine Entwicklung objektiv nachvollziehen und Ihrem Arzt zeigen.

Krebsinformationsdienst, DKFZSymptome und Warnzeichen von HautkrebsVerständlich aufbereitete Informationen zur Früherkennung von schwarzem und hellem Hautkrebs.

Über die ABCDE-Regel hinaus: weitere Warnsignale

Die ABCDE-Regel deckt viele, aber nicht alle Melanome ab. Deshalb lohnt es sich, ein paar zusätzliche Warnsignale im Blick zu behalten, die im Alltag oft leichter auffallen als die einzelnen Buchstaben. Ein bewährter Ansatz ist das Prinzip vom "hässlichen Entlein". Die meisten Menschen haben mehrere Muttermale, die sich alle recht ähnlich sehen. Fällt ein einzelnes Mal aus diesem Muster heraus, weil es anders aussieht als alle übrigen, ist das verdächtig. Unser Auge erkennt solche Ausreißer erstaunlich zuverlässig, oft schneller als die formale Prüfung nach ABCDE. Ernst zu nehmen sind außerdem Male oder Hautstellen, die jucken, bluten, nässen, verkrusten oder einfach nicht abheilen wollen. Auch ein neu aufgetretenes, dunkles Mal jenseits des 40. Lebensjahres sollte aufmerksam beobachtet werden, denn in diesem Alter entstehen normalerweise kaum noch neue gutartige Muttermale. Keines dieser Zeichen beweist für sich genommen eine Erkrankung. Sie sind vielmehr ein Anlass, genauer hinzusehen und im Zweifel einen Termin zu vereinbaren, statt abzuwarten.
Diese Zeichen gehören immer abgeklärt

Eine Hautstelle, die blutet, nässt oder über Wochen nicht abheilt, sollte unabhängig von der ABCDE-Regel ärztlich untersucht werden. Warten Sie damit nicht bis zur nächsten regulären Vorsorge.

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Wo Melanome auftreten - auch an unerwarteten Stellen

Ein weit verbreiteter Irrtum lautet, schwarzer Hautkrebs entstehe nur dort, wo die Sonne besonders oft hinkommt. Tatsächlich können Melanome am ganzen Körper auftreten, auch an Stellen, die selten Licht sehen. Bei Männern werden Melanome häufig am Rücken gefunden, bei Frauen oft an den Beinen. Darüber hinaus gibt es aber Regionen, die bei der Selbstuntersuchung leicht vergessen werden: die Fußsohlen und Handflächen, die Haut unter den Finger- und Fußnägeln, die Kopfhaut unter den Haaren, die Ohren, der Bereich zwischen den Zehen sowie Schleimhäute. Auch das Auge kann in seltenen Fällen betroffen sein. Ein besonderes Augenmerk verdient ein neuer, dunkler Längsstreifen in einem Finger- oder Fußnagel. Dahinter kann sich das sogenannte akrolentiginöse Melanom verbergen. Diese Form tritt an Händen, Füßen und Nägeln auf und kommt auch bei Menschen mit dunklerem Hauttyp vor, bei denen andere Melanomformen seltener sind. Wer sich selbst untersucht, sollte diese verborgenen Stellen also bewusst einbeziehen und nicht nur die sonnenexponierte Haut betrachten.
Nicht jedes Melanom ist dunkel

Das sogenannte amelanotische Melanom bildet kaum Pigment und erscheint deshalb hautfarben, rosa oder rötlich. Weil es so unscheinbar wirkt, wird es besonders leicht übersehen. Eine hartnäckige, nicht heilende rötliche Stelle kann ein Hinweis sein.

Die Formen des Melanoms im Überblick

Melanom ist nicht gleich Melanom. Mediziner unterscheiden mehrere Hauptformen, die sich in Aussehen, Wachstum und typischer Lokalisation unterscheiden. Dieses Hintergrundwissen macht verständlicher, warum die Warnzeichen so unterschiedlich ausfallen können. Das superfiziell spreitende Melanom ist die häufigste Form. Es wächst zunächst vor allem in der Fläche und breitet sich flach in der Oberhaut aus, bevor es in die Tiefe geht. Dadurch ist es oft über längere Zeit als flacher, unregelmäßiger Fleck sichtbar. Das noduläre, also knotige Melanom gilt als besonders aggressiv. Es wächst schnell und früh in die Tiefe und erscheint häufig als erhabener, dunkler Knoten, der auch bluten kann. Weil es die typische flache Phase überspringt, passt es nicht immer gut zur ABCDE-Regel und wird umso wichtiger für die Beobachtung von Veränderungen. Das Lentigo-maligna-Melanom entsteht bevorzugt auf chronisch sonnengeschädigter Haut, etwa im Gesicht älterer Menschen, und wächst meist langsam. Das akrolentiginöse Melanom schließlich findet sich an Händen, Füßen und Nägeln. Diese Vielfalt zeigt: Ein einzelnes Erscheinungsbild gibt es nicht, weshalb jede auffällige und vor allem jede sich verändernde Stelle ernst genommen werden sollte.
AWMF LeitlinienregisterS3-Leitlinie zum malignen MelanomDie medizinische Leitlinie zu Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms für Fachpersonal.

Risikofaktoren: Wer besonders wachsam sein sollte

Ein Melanom kann grundsätzlich jeden treffen. Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko jedoch, und wer sie kennt, kann bewusster vorsorgen und gezielter auf seine Haut achten. Der wichtigste beeinflussbare Faktor ist ultraviolette Strahlung, sowohl aus der Sonne als auch aus dem Solarium. Besonders schwere Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend gelten als bedeutsam. Die Weltgesundheitsorganisation stuft die UV-Strahlung von Solarien als krebserregend für den Menschen ein. Auf das Solarium zu verzichten, ist deshalb eine der einfachsten Maßnahmen zum Schutz der eigenen Haut. Nicht beeinflussbar sind dagegen die individuellen Voraussetzungen. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen mit hellem Hauttyp, die schnell einen Sonnenbrand bekommen und kaum bräunen, oft mit Sommersprossen, rötlichem oder blondem Haar und heller Augenfarbe. Auch eine große Zahl an Muttermalen oder auffällige, unregelmäßige Male erhöhen das Risiko. Hinzu kommen eine familiäre Häufung von Melanomen, eine bereits durchgemachte eigene Hautkrebserkrankung sowie ein dauerhaft geschwächtes Immunsystem, etwa nach einer Organtransplantation. Wer eines oder mehrere dieser Merkmale auf sich vereint, sollte seine Haut besonders regelmäßig kontrollieren lassen.
Solarien meiden

Die WHO ordnet UV-Strahlung aus Solarien der höchsten Gefahrenstufe für krebserregende Einflüsse zu. Ein gebräunter Teint aus dem Solarium ist kein Schutz, sondern selbst ein Risiko.

Selbst untersuchen und wann Sie zum Hautarzt sollten

Die eigene Haut regelmäßig zu betrachten, kostet wenig Zeit und ist eine der wirksamsten Formen der Früherkennung. Viele Melanome werden zuerst von den Betroffenen selbst oder von nahestehenden Menschen bemerkt. Am besten untersuchen Sie Ihre Haut bei guter Beleuchtung und systematisch von Kopf bis Fuß, einschließlich der schwer einsehbaren Stellen wie Rücken, Kopfhaut, Fußsohlen und der Bereiche zwischen den Zehen. Ein zweiter Spiegel oder die Hilfe des Partners erleichtern den Blick auf den Rücken. Fotos von auffälligen Malen helfen, Veränderungen über die Zeit zu erkennen. In Deutschland besteht ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre der gesetzliche Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening beim dafür qualifizierten Arzt. Diese Untersuchung ergänzt die Selbstkontrolle, ersetzt sie aber nicht, und umgekehrt. Einen Termin sollten Sie nicht bis zur nächsten regulären Vorsorge aufschieben, wenn ein Mal sich rasch verändert, blutet, juckt oder nässt, wenn eine Stelle über Wochen nicht abheilt oder wenn ein neues, auffälliges Mal auftaucht. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu oft nachsehen lassen als eine Veränderung zu lange zu ignorieren.
So bereiten Sie den Arztbesuch vor

Notieren Sie sich, seit wann Ihnen eine Stelle auffällt und was sich verändert hat. Ein datiertes Foto hilft der Ärztin oder dem Arzt, die Entwicklung einzuordnen. Je konkreter Ihre Beobachtung, desto gezielter die Untersuchung.

alle 2 JahreScreening ab 35gesetzlicher Anspruch in Deutschland

Wichtiger Hinweis zu diesem Ratgeber

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und der Unterstützung der Früherkennung. Er soll Ihnen helfen, Warnzeichen besser einzuordnen und im richtigen Moment ärztlichen Rat zu suchen. Er ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung, Beratung oder Diagnose. Ob eine Hautveränderung harmlos oder behandlungsbedürftig ist, kann nur eine Ärztin oder ein Arzt zuverlässig beurteilen, in der Regel mit dem Auflichtmikroskop und bei Bedarf einer Gewebeprobe. Auch digitale Hilfsmittel wie DermCheck sind als Unterstützung der Selbstbeobachtung gedacht und liefern eine erste Orientierung, keine Diagnose. Wenn Sie unsicher sind oder eine Veränderung bemerken, wenden Sie sich bitte an eine Hautärztin oder einen Hautarzt.
Medizinischer Hinweis

DermCheck und die hier bereitgestellten Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Bei jedem Verdacht auf eine bösartige Hautveränderung suchen Sie bitte fachärztlichen Rat. Eine sichere Diagnose ist nur durch eine ärztliche Untersuchung möglich.

Quellen & Studien (5)

  1. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)
  2. Deutsche Krebsgesellschaft
  3. Robert Koch-Institut - Zentrum für Krebsregisterdaten
  4. AWMF S3-Leitlinie Melanom (Leitlinienregister)
  5. Weltgesundheitsorganisation (WHO)

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